Das Atelier-Duell (1): Warum Bea und Richard meist anderer Meinung sind

Beim Malen und Zeichnen sowie der Auswahl der Materialien gibt es die verschiedensten Meinungen und Ansichten. Diese werden hier ab jetzt persönlicher und anschaulicher durch unsere beiden Künstlerfiguren „Bea“ und „Richard“. In ihren Dialogen könnt ihr wichtige Kenntnisse für eure Kunst finden.

Atelierduell Bea und Richard, Comicfiguren
Bea und Richard, zwei verschiedene Künstlerseelen

Bea: Das Herz des Ateliers – Die Material-Verliebte

Bea ist genau wie viele von uns: Sie liebt es, einfach loszulegen. Bei ihr geht es um die Freude am Malen, um den Flow, das Entdecken neuer Materialien und den Mut, einfach mal zu kritzeln, ohne Angst vor dem Ergebnis. Ob 172 Buntstifte aus dem Sonderangebot oder eine brandneue Aquarellpalette – Bea stürzt sich mit Begeisterung darauf! Technik ist für sie zweitrangig, solange das Gefühl stimmt und die Farben strahlen. Sie ist die Stimme für alle, die das Malen als Spielwiese sehen und sich nicht von Perfektionismus entmutigen lassen wollen.

Richard: Der Verstand des Ateliers – Der Technik-Hüter

Richard ist das genaue Gegenteil! Er ist der Akademiker, der Ästhet, der Kunst studiert hat und jede Regel der Farbenlehre und Anatomie aus dem Effeff kennt. Für ihn ist Kunst Handwerk, Disziplin und harte Arbeit. Er schüttelt den Kopf über „billige“ Materialien und schwört auf reduzierte Paletten und jahrelange Übung. Richard fordert heraus, er regt zum Nachdenken an und erinnert uns daran, dass wahre Meisterschaft aus Wissen und Geduld wächst. Er ist die Stimme für alle, die das Handwerk beherrschen und Tiefe in ihren Werken suchen.

Warum dieses Duell? Und was erwartet euch?

Wir sind uns sicher, ihr werdet euch in beiden Charakteren wiederfinden! Manchmal wollen wir einfach nur spielen wie Bea, ein anderes Mal streben wir nach Richards Perfektion.

In unseren kommenden Beiträgen werden Bea und Richard sich in lockeren Dialogen mit all den Fragen auseinandersetzen, die uns Hobby-Künstler und professionelle Künstler, die ihren eigenen Stil entwickeln wollen, bewegen:
Welche Materialien lohnen sich? Wie wichtig ist gute Technik? Und was ist eigentlich „gute Kunst“?

Ihr könnt dann entscheiden: Seid ihr Team Bea oder Team Richard? Oder findet ihr, dass ein bisschen von beidem das Leben (und die Kunst) so richtig spannend macht? Wir finden, man kann von beiden einfach sehr viel lernen.

Das erste Atelier-Duell: Kaufrausch vs. Kernkompetenz

Bea:Richard, schau dir das bitte an! Ich konnte nicht widerstehen. Diese neuen „Pastel-Dream“-Stifte aus dem Angebot. 60 Farben für unter 30 Euro! Die Dose sieht auch so schön aus. Ich sehe schon genau vor mir, wie ich damit diese Sonnenuntergänge aus dem letzten Urlaub skizziere. Allein beim Sortieren der Farben kriege ich gute Laune! „

Richard: (seufzt hörbar) „Bea, nicht dein Ernst. Schon wieder eine Blechdose voller minderwertiger Stifte. Hast du eigentlich mal gezählt? Das ist das vierte Set in drei Monaten. Weißt du, was das Problem ist? Du kaufst dir „Gute Laune“, aber kein Können. Diese Stifte haben so wenig Pigment, dass du sie schichten kannst, bis das Papier aufgibt, und es wird trotzdem nie diese Tiefe erreichen, die ein echtes Werk braucht.

Bea:Oh, Gott, da ist er wieder – der Kunst-Professor. „Minderwertig“. Richard, es macht einfach Spaß! Wenn ich diese 60 Spitzen sehe, will ich sofort loslegen. Wenn ich nur deine drei grauen Profi-Stifte anschaue, kriege ich eher Angst, das teure Papier zu verschwenden. Mit meinen günstigen Stiften traue ich mich wenigstens, einfach mal eine Seite vollzukritzeln. Das ist Freiheit!

Richard:Freiheit ist, wenn man sein Handwerk beherrscht. Wenn du die Grundlagen der Lichtführung und Anatomie wirklich gelernt hättest – was du übrigens mit einem einzigen, guten Graphitstift tun könntest –, dann bräuchtest du diesen ganzen Pastell-Kitsch nicht. Und wenn wir schon über Farben reden: Ein Set Luminance oder Polychromos ist kein Snobismus. Das ist Werkzeug. Alles andere ist Spielzeug. Du malst mit Spielzeug, Bea.

Bea:Na und? Dann spiele ich eben! Während du noch darüber nachdenkst, ob die Lichtechtheit deiner Pigmente für die nächsten 100 Jahre im Louvre ausreicht, habe ich schon drei Skizzen fertig. Vielleicht sind sie technisch nicht perfekt, aber sie fangen den Moment ein. Und ganz ehrlich: Diese teuren Stifte von dir sind so hart, da kriege ich ja Krämpfe in den Fingern. Meine „Pastel-Dreams“ schmieren so richtig schön butterweich übers Blatt.

Richard:„Butterweich“ bedeutet meistens nur, dass sie nach zwei Tagen verblassen. Aber gut, wenn es dir nur um den Moment geht… Ich finde es nur schade um dein Potenzial. Du versteckst dich hinter immer neuen Käufen, statt dich mal hinzusetzen und die harte Arbeit zu machen: Perspektive, Schraffur, Geduld. Ein Set Profi-Stifte hält dir ein halbes Leben. Deine 60er-Dosen sind in zwei Wochen Müll.“

Bea:Weißt du was? Ich schenke dir einen von meinen glitzernden Flieder-Stiften. Vielleicht lockert das deine „Perspektive“ mal ein bisschen auf. Ich gehe jetzt malen – und ja, ich fange mit der Farbe an, die mir am besten gefällt, ganz ohne Anatomie-Studium!“

Apropos Louvre… so malen Bea und Richard den Louvre:

Bunte Zeichnung und Aquarell des Louvre, digital
Beas Louvre-Zeichnung mit Aquarellfarben, Fineliener und Pastell-Buntstiften
Präzise Tuschezeichnung des Louvre
Richards Louvre Zeichnung

Der Fakten-Check: Teure vs. Günstige Buntstifte

Egal, ob ihr euch eher in Beas Begeisterung oder in Richards Präzision wiederfindet: Am Ende entscheiden die Pigmente auf dem Papier. Hier ist, was ihr über die Unterschiede wissen müsst, damit ihr beim nächsten Einkauf die richtige Wahl trefft.

Was zeichnet „Profi-Stifte“ (wie Richards Favoriten) aus?

Wenn Richard von „Werkzeug“ spricht, meint er meistens Stifte auf Öl- oder hochwertiger Wachsbasis (z. B. Faber-Castell Polychromos oder Caran d’Ache Luminance).

  • Hohe Pigmentdichte: Profi-Stifte enthalten mehr Farbpigmente und weniger Füllstoffe. Das bedeutet: Die Farben leuchten kräftiger und decken besser.

  • Lichtechtheit: Das ist Richards wichtigstes Argument. Hochwertige Stifte sind so zertifiziert, dass die Farben auch nach Jahrzehnten an der Wand nicht verblassen.

  • Schichtbarkeit (Layering): Man kann viele Farbschichten übereinanderlegen, ohne dass die Oberfläche „speckig“ wird. So entstehen realistische Schatten und Nuancen.

  • Bruchfeste Minen: Die Minen sind oft im Holzschaft verklebt, was sie extrem widerstandsfähig gegen Stürze macht.

Warum günstige Sets (Beas „Pastel Dreams“) oft besser sind als ihr Ruf

Günstig bedeutet 2026 nicht mehr zwangsläufig „schlecht“. Viele Einsteiger-Sets haben ihre ganz eigenen Vorteile:

  • Weichere Textur: Günstige Stifte haben oft einen höheren Wachsanteil. Das macht sie „butterweich“ im Auftrag. Für Beas geliebten „Flow“ und schnelles Ausmalen ist das ideal.

  • Geringere Hemmschwelle: Wenn ein Stift nur 30 Cent kostet statt 3 Euro, malt man befreiter. Man traut sich mehr Experimente, weil man kein „teures Material verschwendet“.

  • Tolle Farbauswahl: Sets für Hobby-Künstler bieten oft eine riesige Palette an Trendfarben (Pastell, Neon, Metallic), die man bei klassischen Profi-Linien oft mühsam einzeln zusammensuchen muss.

  • Ideal für Mixed Media: Wenn ihr Buntstifte nur für Akzente in eurem Planer oder über Aquarell nutzt, reicht die Pigmentierung günstiger Stifte meist völlig aus.

Unser Fazit: Wer für die Ewigkeit malt oder fotorealistisch schattieren will, kommt an Richards Profi-Material nicht vorbei. Wer aber Entspannung sucht, das Skizzenbuch füllen will oder einfach die Magie von 72 frisch gespitzten Farben liebt, wird mit Beas Budget-Favoriten absolut glücklich.

Die  vorgestellten Buntstifte werden auch von youtubern gerne getestet, seht euch hier den Vergleich von Luminance und Polychromos an:

Faber Castell Polychromos Künstlerfarbstifte Buntstifte Einzelstift alle Farben
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Faber-Castell 5 Jumbo Pastell Buntstifte Set Grip,dreikant
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