Ein Bilderbuch mit Texten von Cornelia Funke und Illustrationen von Pauline Pete. Es richtet sich an Leser:innen ab etwa 7 Jahren. Thematisiert wird der Kriegsausbruch in einer beliebigen Stadt.
Im Fokus steht die junge Ayesha, deren schöne Bilder ihre Mitmenschen sehr erfreuen. Als Krieg in ihre Stadt kommt, verändert jedoch alles. Nicht nur das Kunstgeschäft, in dem sie immer einkaufte, ist zerstört, sondern viele andere Gebäude auch und die Menschen versammeln sich in Luftschutzkellern. Doch die Kunst schafft Trost, Kraft und Verbundenheit.
Zum Malstil der Illustrationen
Die Bilder im Buch stammen von der Illustratorin Pauline Pete. Sie arbeitet bewusst mit delikaten Strukturen, weichen Farben und atmosphärisch geladenem Licht, um die emotionale Tiefe der Geschichte zu unterstreichen. Sie nutzt verschiedene Materialien wie Bleistift, Gouache, Farbstifte, Kugelschreiber und Tinte.
Sehr liebevoll sind die verschiedenen Gesichter der Personen gestaltet, was ich persönlich für ein Kinderbuch wichtig finde: Die Stimmung der Personen ist genau abzulesen.
Das sehr gelungene Zusammenspiel von Text und Bild macht „Ayeshas Pinsel“ zu einer visuell erlebten Erfahrung, in der das Malen selbst zum eigenen Motiv und erzählerischen Motor wird.

Funke erschafft mit ihren Texten bildhafte Szenen, die den Leser sofort in ihren Bann ziehen. Ihre Charaktere sind liebevoll ausgearbeitet: Ayesha ist mutig, neugierig und kreativ, doch auch ihre Zweifel und Unsicherheiten werden glaubhaft geschildert.
Wie immer, ist Funkes Schreibstil flüssig und detailreich und spricht jüngere Leser:innen sowie Erwachsene direkt an. Kernthema ist zwar die Kunst, aber auch die zerstörerische Macht des Krieges, der Ayesha mit der Kraft ihres Pinsels am Ende entfliehen kann und ihre Mitmenschen mitnimmt.

Wie Cornelia Funke im Vorwort andeutet, gibt es die kleine Ayesha wirklich und wahrscheinlich lebt sie auch in einem Kriegsgebiet. Das Thema ist absolut aktuell und sehr wichtig für Kinder, besonders für Flüchtlingskinder.
Es zeigt ihnen, dass sie mit der Kraft von Pinsel, Stift und Farbe den Krieg auf gewisse Weise besiegen können, zumindest die zerstörerischen Bilder in ihrem Kopf, die „übermalt“ werden können.
Es ist ein Buch, das zwar die Bedrohungen des Lebens und das Grauen nicht ausschließen kann, aber tröstend und optimistisch wirkt. Es richtet sich daher auch an Pädagogen und Therapeuten, die mit kriegstraumatisierten Kindern arbeiten.

Über die Autorin und die Illustratorin
Cornelia Funke ist vielen als Autorin der weltberühmten „Tintenherz“-Reihe bekannt. Auch sie selbst ist Illustratorin, lebt in Volterra/Italien und arbeitet dort gern mit jungen Künstlern und Naturschützern zusammen.
Pauline Pete steuerte die kindgerechten, niedlichen Illustrationen zur Geschichte bei. Sie lebt in Fulda und hat Buchillustration und Malerei studiert. Auch hat sie bereits ein Bilderbuch veröffentlicht, „Lieblingspulli“ im kunstanstifter Verlag.

Pauline Pete: „Um die Sensibilität des Themas zu betonen, nutzte ich für das Buch feine Strukturen, zarte Farben und stimmungsvolle Lichtsituationen. Gezielt habe ich auch mit Dunkelheit gearbeitet, um bedrohliche Szenen darzustellen. Die Illustrationen entstanden mit verschiedenen Materialien wie Bleistift, Gouache, Farbstift, Kugelschreiber und Tusche. Diese Variation soll die wichtige Botschaft der Kreativität unterstreichen.“
Cornelia Funke: „Dieses Buch kreist um das Wichtigste, was Leser·innen in aller Welt mir beigebracht haben: dass die Kunst, ob sie in Bildern, Worten oder Musik daherkommt, selbst in sehr dunklen Lebenszeiten Trost und Kraft spenden kann. Dieses Buch ist den Menschen gewidmet, die Trost spenden, indem sie Schönheit gegen das Entsetzen stellen und die Fenster der Fantasie öffnen, wenn die Welt das Atmen schwer macht.“

ISBN: 978-3-948743-56-7
Format: 230 x 280 mm
Umfang: 40 Seiten
ET: 29.01.2026
Preis: 24 € (D) / 24,70 € (A)
Hardcover, ab 7 Jahren
