National Call 2026 – Kultur trifft Gesundheit: Ausschreibung für künstlerische Projekte in Österreich

Der National Call 2026 der CultureAndHealth Platform ist eine Ausschreibung, die von ARTS for HEALTH AUSTRIA in Österreich durchgeführt wird, um Projekte an der Schnittstelle von Kunst/Kultur und Gesundheit zu fördern.

Sie richtet sich vor allem an Künstler*innen und Kulturschaffende, die gemeinsam mit Partnern aus dem Gesundheits-, Sozial- oder Bildungsbereich Ideen entwickeln, die das Wohlbefinden von Menschen und Gemeinschaften verbessern – mit einem besonderen Schwerpunkt auf psychischer Gesundheit. (Arts for Health Austria)

Ziel der Ausschreibung

Der Call dient dazu, innovative, interdisziplinäre Projekte zu realisieren, die künstlerische Prozesse und kulturelle Interventionen nutzen, um Gesundheit zu stärken, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern oder auf gesundheitsrelevante Fragestellungen kreativ zu reagieren.

2026 liegt der Fokus besonders auf Projekten, die psychische Gesundheit fördern, etwa durch partizipative Kunstformen, integrative Programme, künstlerische Forschung oder Kooperationen mit sozialen Einrichtungen und Gesundheitsinstitutionen.

Was wird gefördert?

Gefördert werden künstlerische oder kulturelle Initiativen, die etwa folgende Formen annehmen können:

  • Partizipative Kunstprogramme für Menschen mit psychischen Belastungen oder Krankheiten.
  • Projekte zur Prävention psychischer Erkrankungen durch Kulturangebote.
  • Kunst im Gesundheits- oder sozialen Kontext, z. B. Aktionen in Kliniken, Pflegeheimen oder Gemeindezentren zur Stärkung des Wohlbefindens von Patient*innen und Mitarbeitenden.
  • Künstlerische Produktionen (Performance, Ausstellung, Installation), die gesundheitsbezogene Themen reflektieren und gesellschaftliche Aufmerksamkeit schaffen.
  • Artist-In-Residence-Programme im Gesundheits- bzw. Pflegebereich.
  • Praxisorientierte, künstlerische Forschungsaktivitäten, die untersuchen, wie kulturelle Interventionen die mentale Gesundheit beeinflussen.

Dabei gilt: Die Projekte sollten interdisziplinär angelegt sein und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit Organisationen aus dem Gesundheits-, Sozial- oder Bildungssektor realisiert werden. (CultureAndHealth Platform)

Alle Infos zur Bewerbung:

Förderung & Umfang

Für diese Ausschreibung steht eine Gesamtfördersumme von 24.000 Euro zur Verfügung. Die ausgewählten Projekte werden über einen zweistufigen Auswahlprozess ausgewählt; meist werden 3 bis 6 Projekte zur Umsetzung ausgewählt.

🗓️ Ablauf & Fristen

Die Einreichung und Auswahl erfolgt in mehreren Phasen (Angaben laut CultureAndHealth Platform 2026):

  1. Phase 1 – Einreichung:
    15. Januar – 15. Februar 2026
    – Bewerbungen werden gesammelt und erste Auswahl getroffen.
  2. Phase 1 – Auswahl:
    16. – 28. Februar
    – Projekte für die nächste Runde werden ausgewählt.
  3. Phase 2 – Ausarbeitung & Bewerbung:
    1. – 22. März
    – Weiterentwicklung des Projekts und Vorbereitung der finalen Unterlagen.
  4. Phase 2 – Bewertung:
    23. März – 9. April
  5. Ergebnisse:
    10. April 2026
    – Bekanntgabe der ausgewählten Projekte.

Für die Bewerbung sind neben dem ausgefüllten Formular auch ein aktueller Lebenslauf und optional weitere Materialien (Fotos, Portfolio, Links) notwendig.

Hintergrund & Kontext

Diese nationale Ausschreibung ist Teil der CultureAndHealth Platform, einer europaweiten Initiative zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Kunst, Kultur und Gesundheitssystemen. Sie ist eingebettet in den aktuellen politischen Kontext, in dem Kunst und kulturelle Beteiligung zunehmend als gesundheitsfördernde Ressourcen anerkannt werden. So präsentiert die Plattform im Januar 2026 den EU-Bericht “Culture and Health: Time to Act”, der die strukturelle Integration von Kultur in Gesundheitsstrategien empfiehlt – etwa über Social Prescribing und sektorübergreifende Partnerschaften.

Warum das wichtig ist

Wissenschaftliche Studien zeigen, dass kulturelle Teilhabe und kreative Prozesse starke Effekte auf das psychische und körperliche Wohlbefinden haben – von der Prävention über Rehabilitation bis zur Stärkung sozialer Vernetzung. Durch Calls wie diesen sollen nicht nur Projekte gefördert, sondern strukturelle Verbindungen zwischen Kultur- und Gesundheitssektor etabliert werden.

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Tipps von unserer Redaktion für eine Bewerbung:

 

Jenseits der formalen Kriterien (die man „abarbeitet“) gibt es ein paar stille Erfolgsfaktoren, auf die Jurys bei solchen Calls besonders achten:

1. Ein klarer Warum-Kern

Nicht nur was du machst, sondern warum dieses Projekt jetzt notwendig ist.

Fragen, die du beantworten solltest:

  • Welches konkrete menschliche oder gesellschaftliche Problem berührst du?
  • Warum ist Kunst hier kein „Nice-to-have“, sondern ein wesentlicher Hebel?
  • Was verändert sich für die Teilnehmenden – emotional, sozial, mental?

Gute Projekte haben eine Haltung, keine bloße Idee.

2. Echte Interdisziplinarität

Die Jury erkennt sofort, ob eine Gesundheitspartnerin nur „auf dem Papier“ dabei ist.

Achte darauf:

  • klare Rollenverteilung zwischen Kunst & Gesundheits-/Sozialbereich
  • gemeinsames Ziel (nicht zwei parallele Agenden)
  • ideal: Mitgestaltung des Projekts von Beginn an

3. Partizipation statt Bespielung

Besonders im Arts-&-Health-Kontext gilt:

Menschen sind nicht Publikum, sondern Mitwirkende.

Stark wirken Projekte, bei denen:

  • Teilnehmende Inhalte mitformen
  • Prozesse wichtiger sind als perfekte Ergebnisse
  • Räume für Selbstwirksamkeit entstehen

 4. Realistische Umsetzbarkeit

Die Fördersumme ist überschaubar – das weiß die Jury.

Punktestark sind Konzepte, die:

  • fokussiert statt überambitioniert sind
  • mit klaren Zeitfenstern arbeiten
  • zeigen: Das ist mit diesen Mitteln wirklich machbar

5. Wirkung über das Projekt hinaus

Nicht im Sinne von „Skalierung um jeden Preis“, sondern:

  • Was bleibt?
  • Was können andere übernehmen?
  • Welche Erkenntnisse entstehen?

 

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