Sein Atelier vorzeigefähig in Ordnung zu halten mit genau sortierten Stiften, Pinseln und Farben – davon träumen viele Künstler, wissen aber, dass sie dafür einfach nich der Typ sind. Wie denken unsere beiden Künstlerseelen Bea und Richard darüber? Wahrscheinlich sind sie sich mal wieder nicht einig.
Atelier aufgeräumt halten oder bremst das die Kreativität?
Bea: (manövriert vorsichtig durch ihr Atelier, das einem Schlachtfeld gleicht: Farbtuben quellen aus offenen Schubladen, Pinsel stecken kreuz und quer in alten Bechern, Skizzenblätter liegen wie Laub auf dem Boden, und ein halbgegessenes Toastbrot balanciert gefährlich auf einem Farbkasten) „Uff! Hier muss ich mal wieder aufräumen… aber ich finde einfach keine Zeit. Ich bin doch mittendrin im Flow! Wenn ich jetzt anfange, Pinsel zu sortieren, ist die ganze Inspiration weg. Ich muss doch malen, wenn die Muse mich küsst, nicht putzen!“
Richard: (betritt Beas Atelier und starrt entsetzt auf das Durcheinander, als hätte er eine chemische Katastrophe entdeckt. Er fasst sich an die Schläfe) „Bea, das ist kein Flow, das ist eine Gesundheitsgefährdung! Und eine kreative Blockade im Entstehen. Wie soll man denn klare Gedanken fassen, wenn man nicht einmal seinen Zeichenstift findet? Dein Atelier sieht aus, als hätte ein Farbenfabrik explodiert! Meine Pinsel sind nach Größe und Haartyp sortiert, meine Farben nach Nuancen geordnet, und jede Skizze liegt fein säuberlich in einer beschrifteten Mappe. Nur so kann man effizient und klar arbeiten.“
Bea: (schuldbewusst, aber auch leicht genervt) „Dein Atelier sieht aus wie ein Operationssaal, Richard. Steril und uninspiriert. Bei dir würde ich mich nicht trauen, einen Tropfen Farbe zu verschütten! Mein Chaos hier ist kreativ. Ich finde gerade in diesem Durcheinander neue Ideen! Wenn ich über eine alte Skizze stolpere, fällt mir vielleicht ein, wie ich mein aktuelles Projekt verbessern kann. Das ist wie Schatzsuche!„
Richard: „Das ist eine Müllkippe, Bea! Wie willst du überhaupt einen „Schatz“ finden, wenn er unter drei leeren Kaffeetassen und einem Haufen vertrockneter Farbtuben begraben liegt? Ordnung schafft Klarheit. Wenn du weißt, wo alles ist, verschwendest du keine Zeit mit Suchen und kannst dich voll auf deine Kunst konzentrieren. Deine „Schatzsuche“ kostet dich Stunden, die du malend verbringen könntest. Und mal ehrlich: Diese Essensreste ziehen doch bald Nagetiere an!„
Bea: „Übertreib doch nicht! Und wenn ich aufräume, verliere ich oft den Überblick. Ich habe schon mal eine super Idee gehabt, die auf einem Zettel kritzelte, den ich dann aus Versehen mit den alten Zeitungen weggeworfen habe. In meinem Chaos ist alles da – ich muss es nur wiederentdecken.„
Richard: (atmet tief durch) „Bea, du verwechselst „wiederentdecken“ mit „nie weggeworfen haben, aber es auch nicht finden“. Ein aufgeräumtes Atelier ist ein Ort der Konzentration, nicht der Ablenkung. Die Ordnung selbst kann inspirierend sein, weil sie den Geist freimacht. Mein Rat: Ein fester Platz für alles. Und: Eine Stunde aufräumen pro Woche. Das ist keine verlorene Zeit, das ist eine Investition in deine Produktivität.„
Bea: (blickt zweifelnd auf das Chaos um sich herum, dann zu Richards makelloser Weste) „Na gut. Vielleicht… vielleicht könnte ein kleines bisschen weniger Chaos nicht schaden. Aber nur, damit ich meine Lieblingsfarbtube wiederfinde! Und wenn du mir hilfst, Richard?„
Richard: (schluckt, ein leichter Anflug von Panik in seinen Augen beim Gedanken an Beas Chaos, aber er ringt sich ein Lächeln ab) „Nun… äh… das wäre… eine interessante Erfahrung. Vielleicht fangen wir mit den Pinseln an? Und entsorgen das Toastbrot. Sofort.„
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Der Fakten-Check: Ordnung ist das halbe Künstlerleben – oder doch ein kreativer Killer?
Die Debatte um Ordnung im Arbeitsplatz ist uralt. Für Künstler hat sie besondere Relevanz:
1. Die Vorteile von Richards Ordnung:
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Effizienz: Weniger Zeit mit Suchen, mehr Zeit für das Schaffen.
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Klarheit: Ein aufgeräumter Raum kann zu einem aufgeräumten Kopf führen.
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Materialpflege: Pinsel halten länger, Farben trocknen nicht ein, Papiere knicken nicht.
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Gesundheit/Sicherheit: Weniger Stolperfallen, kein Einatmen von Farbstäuben oder Schimmel.
2. Die Vorteile von Beas „kreativem Chaos“:
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Spontaneität: Alles ist sofort griffbereit – auch unerwartete Materialien, die zu neuen Ideen inspirieren können.
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Organische Entwicklung: Der Raum wächst mit der Arbeit und kann den kreativen Prozess widerspiegeln.
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Komfortzone: Manchen Künstlern gibt das Chaos ein Gefühl von Gemütlichkeit und Sicherheit.
Unser Fazit: Ein wenig Ordnung kann Wunder wirken, ohne die Kreativität zu ersticken. Selbst die wildesten Genies hatten ihre Systeme – oder zumindest jemanden, der hinter ihnen aufräumte. Ein fester Platz für die wichtigsten Werkzeuge und eine regelmäßige „Grobreinigung“ können Bea helfen, ohne sie in einen steril-perfekten Richard zu verwandeln.
Unser Haupttipp: Struktur! Bringe Struktur in das kreative Chaos, dann musst du nicht feinsäuberlich aufräumen wie Richard, aber versinkst auch nicht mehr im Chaos.